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Hunde in Not Pfarrkirchen e. V.

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2015 März

Erfahrungen mit Epileptikerhunden

Danke liebe Tierfreunde für eure Hilfe für Lola. Das Teilen von Lolas trauriger Geschichte ist sehr wichtig, denn je mehr Tierfreunde von ihr erfahren, je mehr Hoffnung besteht, dass sie ein Zuhause findet. Deshalb bitte kräftig teilen. Danke an Maya und Regina für ihren sehr aufschlussreichen Bericht, der uns einen Eindruck über das Zusammenleben mit einem Epileptiker verschafft und vielleicht bei der Entscheidung eines Tierfreundes hilft, Lola doch eine Chance zu geben. Wir würden uns sehr über weitere Berichte freuen. Danke an Gabi, die Lola ein Startkapital von 150 € für die Tierarztkosten mit auf den Weg geben würde.

Regina berichtet über ihre Husky-Eurasier-Hündin Nikikta, die Epilepsie hat:

Ich nahm Nikita als 7 Wochen alten Welpen bei mir auf, da sie von Geburt an körperlich und geistig behindert ist und dadurch kaum eine Chance auf eine Vermittlung hatte. Heute ist sie drei Jahre alt und ich habe es keine Sekunde lang bereut, sie zu mir genommen zu haben. Im Juni vergangenen Jahres wurde ich eines Nachts vom Jaulen eines Hundes aus dem Schlaf gerissen. Nikita lag auf ihrem Bettchen und wand sich in heftigen Krämpfen. Sie hatte Schaum vor dem Maul und winselte und bellte ganz heiser herum. Natürlich bekam ich einen riesigen Schreck und mein erster Gedanke war: Oh Gott, sie hat Gift gefressen. Ich muss sofort den Tierarzt anrufen! Nachdem der erste Schreck vorbei war, wurde mir klar: das ist ein epileptischer Anfall. Nach einigen Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, hörte der Anfall genauso schnell wieder auf, wie er begonnen hatte. Nicky hob den Kopf und schaute völlig verwirrt um sich. Dann schaute sie mich direkt an, aber ich merkte, dass sie mich nicht registrierte. Plötzlich sprang sie auf und fing an, ziemlich hektisch im Zimmer herumzulaufen. Zwischendrin lief sie immer wieder zur Wasserschüssel, um zu trinken. Es dauerte etwa eine Stunde, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Dann legte sie sich wieder ganz ruhig hin und schlief einfach weiter. Am nächsten Morgen rief ich unsere Tierärztin an und erzählte ihr von Nickys Anfall. Sie erklärte mir, dass es immer heißt: einmal ist kein Mal, was in diesem Fall bedeutet, dass es vorkommen kann, dass Hunde einmal einen epileptischen Anfall bekommen und dann nie wieder. Erst wenn ein zweiter Anfall auftritt, muss der Hund gründlich untersucht werden und dann mit Medikamente eingestellt werden. Ca. 14 Tage später hatte Nicky ihren zweiten Anfall. Also ließ ich sie gründlich durchchecken, sprich: Blutuntersuchung, allgemeine Untersuchung und neurologische Untersuchung. Nachdem dadurch andere Erkrankungen ausgeschlossen werden konnten, hieß die Diagnose: Epilepsie Nicky bekam Tabletten und wir begannen, langsam die Dosis zu steigern. Außerdem begannen wir ein Anfall-Tagebuch zu führen, in dem genau aufgezeichnet wurde, wann sie einen Anfall hatte, um welche Uhrzeit und wie lange er dauerte. So konnten wir überprüfen, ob die Medikamente wirkten und ob die Dosis evtl. noch erhöht werden musste. Die nächsten Monate waren nicht einfach. Jeder Anfall erschreckte mich und es war schlimm, hilflos zusehen zu müssen, wie sich Nicky in Krämpfen wand. Aber allmählich lernte ich, mit den Anfällen umzugehen. Und es war doch eine, wenn auch nur kleine Beruhigung zu wissen, dass Nicky während der Anfälle keine Schmerzen erleiden muss, da sie in der Zeit geistig nicht anwesend ist. Sie hat auch hinterher keinerlei Erinnerung daran, ist halt dann müde und erschöpft durch die Anstrengung. Mittlerweile ist sie mit den Tabletten gut eingestellt und die Abstände zwischen den Anfällen werden immer länger. Bei sehr vielen Hunde wird nach der richtigen Einstellung sogar eine komplette Anfallsfreiheit erreicht. Nicky und ich haben uns mittlerweile gut mit ihrer Krankheit arrangiert. Ich weiß, was in diesem Moment passiert und Nicky kommt nach den Anfällen immer schneller wieder „runter“. Sie ist nach wie vor ein fröhlicher, lebenslustiger Hund, der mit uns ganz normal lebt, spazieren geht und mit den anderen Hunden im Garten herumtobt. Die Tabletten machen zwar müde und sie schläft mehr als früher, aber alles in allem gibt es keinen Grund, warum ein Epilepsie-Hund kein normales Leben führen könnte, wie jeder andere Hund.

Maya berichtet über ihr Leben mit ihrem Cocker, der ebenfalls an Epilepsie leidet:

Ich selbst habe einen Epilepsie kranken Cockerspaniel mit mittlerweile 8 Jahren, den ich von einer Familie übernommen habe, die ihn schon mit vier Wochen vom „Züchter“ geholt hat… Die Anfälle fingen mit einem knappen Jahr an und wurden immer häufiger, vor allem in Stresssituationen. Ich habe ein großes Blutbild machen lassen und auch gleich die Schilddrüsenwerte testen lassen, da dies oft ein zusätzlicher Auslöser der Epilepsie sein kann. Wir haben ihn erfolgreich auf Schilddrüsenunterfunktion mit Forthyron und die Epilepsie mit Luminal einstellen können. Ja, es erfordert eine gewisse Disziplin und ja mann muss sich Gedanken machen, wie macht man das im Urlaub, und sind immer genügend Medikamente über die Feiertage im Haus, ABER es hört sich alles schwieriger an, als es wirklich ist. Wer morgens und abends füttert, denkt irgendwann im Schlaf daran die Medikamente zu geben und wenn es wirklich um Urlaub oder auch mal Krankenhaus geht, sucht man halt im Notfall einen Hundesitter, der sich mit der Medikamentengabe auskennt. Zugegeben, dass Einstellen auf die Medikamente erfordert etwas Geduld und auch starke Nerven, weil die genaue Dosis erst nach längeren Phasen wirklich heraus gefunden werden kann, aber mit dem richtigen Tierarzt an seiner Seite ist auch das zu meistern! Ich kann jedem nur ans Herz legen:Epilepsie ist KEIN Grund einen liebevollen treuen Begleiter nicht zu nehmen!!!