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Hunde in Not Pfarrkirchen e. V.

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2017 Mai

Besuch Tierheim in La Linea, Spanien

Schon bevor ich das Tierheim in La Linea betrat, ein kurzer Blick in die berüchtigten Mülltonnen, wo Hunde immer wieder einfach entsorgt werden. Und dann trete ich durchs Eingangstor und viele Hundestimmen kündigen an, Besucher kommen.

  

Zuerst werde ich in einem kurzen Rundgang herumgeführt, um einen Überblick über das Tierheim zu haben. Dieser kleine Rundgang reicht schon aus, um mir zu zeigen: Diese werden die härtesten und Nerven zerrreissendsten drei Tage meines Lebens. An jedem Zwinger an dem ich vorbei komme, strecken sich mir verzweifelte Hundenasen und Hundepfoten entgegen, die um ein bisschen Aufmerksamkeit betteln. Andere Hunde sind nur noch völlig überdreht vor aufgestauter Energie, die in den kleinen Zwingern einfach nicht ausgelastet sind. Und wieder andere Hunde haben sich völlig in sich zurück gezogen und leiden nur noch still und leise vor sich hin. Die Masse an Hunden ist einfach überwältigend und unendlich traurig.

  

  

Vor sieben Jahren wurde die städtische Tötungsstation von Peter, einem Niederländer, übernommen und in ein Tierheim umfunktioniert. Es hat sich viel getan in diesen Jahren, neue Zwinger wurden gebaut (leider müssen sie wegen der Masse an Hunden viel zu dicht besetzt werden), es gibt einen eigenen Tierarzt, der zumindest Teilzeit angestellt werden konnte, viel Öffentlichkeitsarbeit. Doch leider hat sich die Einstellung der Spanier gegenüber Tieren noch nicht durchgreifend verändert. Tiere sind Gebrauchsgegenstände ohne Gefühle und Bedürfnisse. Täglich werden Tiere auf der Straße gefunden, lästig gewordene Tiere von ihren Besitzern einfach abgegeben, in den Mülltonnen vorm Tierheim entsorgt oder über den Zaun geschmissen. Wenn irgendwo ein kleines Plätzchen frei ist, werden Hunde aus den umliegenden Tötungsstationen übernommen, um sie vor dem Tod zu retten. Zur Zeit befinden sich ca. 750 Hunde im Tierheim und täglich kommen Neue hinzu. Allein in den drei Tagen trafen 11 Hunde ein, u. a. ein 16jähriger Cocker, der blind, taub, fast verhungert und verwahrlost an einer Kette hing, mehrere Welpen, ein älterer Rüde, der von seinen kaltherzigen Besitzern ohne einen Blick zurück einfach abgegeben wurde, usw. Den Cocker konnte man nur noch erlösen, denn er war völlig am Ende und verweigerte auch das Fressen. Es ist einfach unvorstellbar welchem Leid Tiere durch Menschen ausgesetzt werden. Kurzum das Tierheim erstickt an Tieren und es gibt keine andere Lösung für diese Tiere außer eine Adoption aus dem Ausland.

Ich verbrachte die drei Tage damit, mir eine Liste von Hunden zu machen, denen wir mit eurer Hilfe evtl. Hoffnung schenken können. An jedem Zwinger zerreißt es einem mehr das Herz, denn es sind leider so Wenige, die eine Chance haben. Und so viele Hunde werden diese Chance vielleicht niemals bekommen. Natürlich konnte ich nicht zurück reisen ohne wenigstens ein paar Hunden einen neue Zukunft zu schenken. Am Samstag treffen diese drei Glückspilze bei uns ein: Kairo, ein weiterer Galgo, der einfach von seinem Jäger entsorgt wurde, als er nicht mehr zum Jagen taugte. Jamie, ein Labradorrüde, der verzweifelt um Aufmerksamkeit schrie und Djaro, der vor 5,5 Jahren als Welpe im Tierheim landete und vor ein paar Tagen von seinen Leidensgenossen schwer gebissen wurde. Im Namen dieser drei Fellnasen möchten wir uns aufs herzlichste bei Gabi M., Carmen und Lothar B., Marion H. und Salva Hundehilfe e. V. bedanken, die für Kairo, Djaro und Jamie die Ausreisekosten übernommen haben. Denn leider ist es uns auf andere Weise nicht möglich Hunde von dort zu übernehmen.

  

Zwar konnten wir schon 20 Hunde eine glückliche Zukunft ermöglichen, doch die Bilder von diesen vielen traurigen Hundeaugen, die einem flehend anblicken, haben sich in meine Seele gebrannt. Und deshalb versuchen wir, immer wenn wir ein Plätzchen frei haben, zu helfen und dabei hoffen wir für diese verzweifelten Hundeseelen auf eure Hilfe, eure Tanja Bohrer.